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Jeffrey Halford & The Healers- roots, blues, rock and kick-ass pop

8. Oktober @ 20:00 - 23:30

Jeffrey Halford zurück in der weiten Welt !!!

Als Jeffrey Halford 18 Jahre alt wurde, hatten er und seine Familie Kalifornien mehrmals durchquert. Geleitet von seinem Vater Colin, der sich eine bessere Arbeit und ein besseres Leben wünschte, lebte die Familie in vielen verschiedenen Teilen des Staates. Obwohl sich Halfords Umgebung ständig änderte, gab es eine Sache, die gleich blieb: Surfen. “Shooting the Tube” blieb das einzige, was ihn zu der Zeit bei Verstand hielt und als Flucht vor seinen realen Problemen diente.  Halfords Eltern hatten ihre Tiefpunkte, darunter der Kampf gegen den Alkohol, Hausräumungen, Autounfälle und Zeiten, in denen Ray Charles den Zustand als „kaputt“ bezeichnet hätte. Umgeben von den besten AM-Radios hörte Halford einiges an LAs bester Musik; Wolfman Jack legte alles von Curtis Mayfield und Marvin Gaye bis zu Howlin Wolf und The Doors auf. Und Halford nahm das Beste aus amerikanischer Musik und Poesie in sich auf.

Aufgrund von Problemen zu Hause und einigen geringfügigen Konflikten mit dem Gesetz hatte Halford nach Angaben seines Schulleiters die geringste Anwesenheit in seiner Abitur-Klasse. Als nächstes bekam er jedoch eine sonnengebräunte, resonante Nylonsaitengitarre von seinem Vater, und die Dinge begannen sich zum Besseren zu wenden.

Nach der Hochschule schrieb sich Halford in der Architekturschule in San Francisco ein. In den Straßen der Stadt kam er mit dem Talent und dem  Geist der Straßenmusiker in Berührung. Er war begeistert und schloss sich den Straßenlegenden von San Francisco Harry Spider und Jimmy Fan an, die an der Ecke von Market und Powell spielten. Über ein Jahr lang spielte Halford seine Gitarren auf der Straße in Chinatown und am Union Square vor Publikum , bis die Polizei ihn vertrieb. Seine Street Gigs brachten ihn dazu, mit den Oakland Blues-Größen Sonny Lane, Mississippi Johnny Waters und JJ Malone zu spielen. Später gründete Halford die beliebte Rockabilly-Band The Snappers, die vier Jahre lang mit Künstlern wie den Blasters und den Beat Farmers in der Bay Area spielte.

In den letzten 25 Jahren tourte Halford mit seiner Band The Healers durch das Land. Sie spielten Shows mit einigen der renommiertesten Künstlern und Songwritern und er wurde von Taj Mahal, Los Lobos, George Thorogood, Gregg Allman, Etta James, John Hammond und den Texas-Größen Augie Meyers, Guy Clark und Robert Earl Keen beeinflusst. Seine vorletzte CD ‚ Rainmaker knüpft an das von der Kritik hochgelobte Album ‚Broken Chord an und belegt derzeit Platz 12 der Euro-Americana Charts * und es steigt noch weiter. Seine ursprünglichen Roots RocknRoll-Songs brennen sich in die einzigartige amerikanische Landschaft.

Jeffrey Halford hat in Europa eine kleine Fangemeinde, die sich, stetig wachsend, immer wieder an seinen neuen Werken erfreut. So absolvierte Halford bereits acht Reisen durch europäische Lande, um mit seinen Songs und Geschichten zu begeistern. Die neunte Tour ist in Planung, die Termine stehen – im Herbst, genauer gesagt am 25. September 26, geht’s los. Aktuell sind vier Stopps in Deutschland vorgesehen. Zwei Wochen vor dem Tourstart gibt es mit „Used Parts“ ein neues Album, welches den Kern seines aktuellen Bühnenprogramms bildet.

 

Halford, dessen eine große Leidenschaft die Musik ist, die ihn seit seinem 14. Lebensjahr prägt, findet darüber hinaus im Surfen seinen inneren Ausgleich – jene Ruhe und Kraft, mit der er uns Geschichten wie die des aktuellen Albums erzählen kann. Bereits 1977 stieß er auf der Suche nach guter Live-Musik in den Straßen von San Francisco auf Harry Spider und Jimmy Ventilator. Die beiden versierten Straßenmusiker, mit denen er gemeinsam auftrat, halfen ihm dabei, seinen weiteren musikalischen Weg zu finden und zu ebnen. Später fand er in den HEALERS seine feste Begleitband, mit der er sich einen hervorragenden Namen in der Americana- und Singer-Songwriter-Szene erarbeitete. Gemeinsame Shows mit Legenden wie Taj Mahal, Gregg Allman oder George Thorogood belegen dies eindrucksvoll.

 

Spätestens seit den 2000er-Jahren, beginnend mit seinem Meilenstein-Album „Kerosene“, veröffentlicht Halford Werke, die in der Roots-Szene regelmäßig für Aufsehen sorgen. „Kerosene“ selbst wurde im vergangenen Jahr dadurch geadelt, dass es zum 25-jährigen Jubiläum eine hochwertige Wiederveröffentlichung auf Vinyl erhielt.

Nun beschert er uns mit „Used Parts“ ein Album, welches, so scheint es zumindest, den Weg des Vorgängers „Soul Crusade“ (2022) konsequent fortsetzt. Doch dieser Eindruck trügt. Das neue Werk ist keine schlichte Fortführung. Halford öffnet sich spürbar und zeigt Mut zur Weiterentwicklung, indem er Country-Rock und trockene Blues-Elemente tief in den Gesamtsound einfließen lässt. Insgesamt wirkt der Klang, die gesamte Ausstrahlung des Albums, bewußt etwas spröder und staubiger. Genau das führt dazu, dass die hinter den Songs liegenden Geschichten noch intensiver transportiert werden.

Es ist ohnehin dieser spezielle Sound, der den intimen Eindruck entstehen lässt, Jeffrey Halford würde direkt neben dem Zuhörer sitzen, in die Saiten greifen und seine Erlebnisse teilen. Gerade diese erzählerische Nähe ist das große Pfund, das er hier in die Waagschale wirft. Halford kreiert eine dichte Atmosphäre, die ohne Zweifel auch seine anstehenden Live-Präsentationen prägen wird. Er serviert Lebenserfahrung und amerikanische Straßenpoesie in seiner ganz eigenen, rauen musikalischen Direktheit.

Das, was uns Halford berichtet, sind gelebte Erfahrungen, zum Teil aber auch fiktive Rollen, in die der Protagonist schlüpft. Er ist schlicht ein exzellenter Beobachter mit einem außergewöhnlichen Gespür für jene Momente, die es wert sind, erzählt zu werden. „Wir alle werden vom Kampf mit den Widrigkeiten des Lebens gebeutelt und versuchen am Ende einfach selbst, das Beste aus der Sache zu machen“, so Halford über sein neues Werk. Wenn es dann noch gelingt, diese Texte in ein musikalisches Gewand zu kleiden, das seinesgleichen sucht, ist ein Album entstanden, das jede Aufmerksamkeit verdient.

Dieses Werk zieht den Hörer bereits vom ersten Ton des Openers Bright Lights in den Bann. Spannende, fast sphärische Klänge erzeugen vom Start weg eine enorme Faszination, und die wenige Sekunden später einsetzende, ungemein intensive Stimme Halfords – voller Charisma und Ausstrahlung – hält diesen Spannungsbogen mühelos. Der folgende Titelsong ist gleich das nächste Highlight. Als Fundament bewegt sich Halford sicher im Genre des Country-Rocks und bringt den Staub der Straße förmlich zum Klingen. Eine wahre Klangperle gibt’s mit Corazon. Melodiös, balladesk, verträumt befindet sich Halford voll in seinem Element und zeigt uns, dass er Vergleiche mit den Größen dieses Genres nicht scheuen muss. Doch warum überhaupt Vergleiche – Halford ist Halford.

Halten wir zusammenfassend fest: Mit „Used Parts“ ist Jeffrey Halford ein reifes, ein charakterstarkes Werk gelungen. Die Öffnung zum Country-Rock mit dieser gewissen Blues-Attitüde hat dem Sound spürbar gutgetan und sorgt eben für die Weiterentwicklung, die vom großartigen Storyteller und seiner Band erwartet wird. Freund:innen der erdigen Roots-Musik mit Tiefgang werden im kommenden Herbst im Rahmen seiner Tournee viel Spaß an der Live-Präsentation dieser Songs finden.

https://jeffreyhalford.com/

Für die ganz fleißigen Leser habe ich noch eine gute Besprechung aus der Rocktimes von Jeffrey´s LP Kerosine, die vor 25 Jahren erschien und nun wieder neu aufgelegt wurde :

 

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