Rich Hopkins / Southern-Rock / USA /

11
Mai 2017
Donnerstag

Der Desert-Rocker Rich Hopkins kommt zurück nach Eppstein ! Frühzeitig buchen !!

Nach 2 Jahren Abstinenz kommt der Vorzeigerocker des BlueRose-Labels mit einer tollen CD im Gepäck in seinen deutschen Lieblingsclub : die Wunderbar weite Welt.

Das brandneue, von den vielen Fans besonders hierzulande nach einer zweijährigenVeröffentlichungspause lang ersehnte Werk von Rich Hopkins & Luminarios aus Tucson, Arizona, einem der verlässlichsten und treuesten Blue Rose-Acts in der fast 20-jährigen Labelhistorie wird die Fans erfreuen. Noch ist es unter Verschluss und wird den Fans erst zur Tour im Mai 2017 präsentiert !

Es heißt      ” My way or the Highway”…

Rich Hopkins macht grundsätzlich Musik mit allerhöchstem Wiedererkennungswert. Der sogenannte Wüstenrocker spielt seinen markanten Gitarrenrock dabei mal akustischer, variiert ihn mit Folk Rock- oder Border-Elementen, erinnert sich an gute alte Rock’n Roll-Werte aus den 60/70ern, flirtet mit Psychedelia oder jingle-jangle Guitar Pop. Aber hier setzt er den Trend des erfolgreichen Vorgängers Buried Treasures fort und kehrt durchgängig zum brettharten elektrischen Guitar Rock seiner frühen Alben zurück, die Songs haben scharfe Konturen, die Arrangements sind schlicht gehalten, Power und Vibrations sind fast körperlich spürbar.

Neben all den hinreichend bekannten und ausführlich dokumentierten Aktivitäten als entscheidender Hauptakteur bei den Sidewinders, Sand Rubies und Underbelly ist die Marke Luminarios das zentrale Thema des einflussreichen Gitarristen/Sängers, der dabei selber freilich als einzige feste Größe vorkommt. Seit 1992 gibt es die Luminarios entweder als Trio, Quartett, Quintett oder einfach als ein loser Haufen befreundeter Musiker für ein bestimmtes Projekt oder einen einzelnen Song. Auf den klassischen frühen Alben Dirt Town, El Pasound The Glorious Sounds Of Mitte der 90er wandelte Hopkins noch gefährlich auf den hochelektrischen, mit Feedback und kompromisslosen Gitarrenbreitseiten planierten Spuren eines Neil Young. Später kehrte er mehr den gereiften Songschreiber aus sich heraus, veröffentlichte mit Devolver (99) und My Lucky Stars (01) komplexe Konzeptwerke, um aber immer wieder auch zu den brachialeren Klängen zurückzufinden, z.B. auf Tinitus in 2002 oder The Horse I Rode In On in 2006. Das bis dato jüngste Album El Otro Side/The Other Side aus 2010 handelte thematisch von der Kehrseite des American Dream und war deswegen durchaus als ein sozialpolitisches Rich Hopkins-Statement zu bewerten. Nicht zum ersten Mal engagierte sich der “Godfather of Desert Rock” für die Menschen aus der Southside von Tucson, die durch viele, wenn nicht alle Raster eines sinnerfüllten Lebens gefallen sind.

Die Luminarios anno 2017 sind offiziell ein Quartett: Rich Hopkins (Guitars, Vocals), seine mittlerweile langjährige Partnerin und Gattin Lisa Novak (Guitar, (Backing) Vocals, Percussion), Jon Sanchez (Guitars, Sitar, Keyboards, Synthesizer, Harmonica) und George Duron (Drums). Am Bass wechseln sich Duane Hollis (Greyhound Soul), Recording Engineer Paul Beebe und der bekannte George Reiff (Ray Wylie Hubbard, Band Of Heathens, etc.) ab. Mitunter helfen Larry Cooper oder Damon Barnaby mit weiteren Gitarren und Alan Anderson an den Drums. Sie alle gehören zum erweiterten Rich Hopkins-Zirkel.

In den meist von Rich Hopkins und Lisa Novak gemeinsam geschriebenen Stücken geht es bevorzugt um die großen Fragen des Lebens, um Werte, Tugenden, Moral – fest gemacht an fiktiven Charakteren in bestimmten Situationen und Zeiten: Was ist richtig, was falsch? Hat man erreicht, wonach man strebte? Etwa diese Richtung… Aber keine Angst, so erhaben und überfrachtet sind die Lyrics gar nicht, außerdem geht’s Rich Hopkins selber richtig gut: ‘Don’t Worry’ heißt es nämlich gleich zum Start – weniger eine “Komposition” als eine spontane Eingebung, der Titel als Lebensmotto, 5 Minuten kompromissloser Desert Rock Stomp, featuring Larry Cooper mit zwei Gitarrensoli, der Meister selber hat sogar drei!

Danach folgt ‘Everything’, fast ein Pop Song mit einem tollen Killerriff von Jon Sanchez, bevor wir mit dem Titeltrack zu einem ersten fulminanten Highlight gelangen: ‘Tombstone’ ist eine nicht ganz objektive Betrachtung eines historischen Dramas inmitten von Triple Electric Guitar-Attacken und einem dräuenden 60s Garagenbrett. ‘Home Of The Brave’ birgt ein cleveres Wortspiel über Homeless People (ein regelmäßig wiederkehrendes Anliegen im Hopkins-Kanon) und den Mut aufbringen, um Hilfe zu bitten, notfalls auch um Geld zu betteln. Der Druck der Rhythm Section und der Wall of Guitars erinnert an mächtigste Bob Mould-Sachen. Das gitarrenpunkige ‘Free Man’ sollte zuerst sogar Albumtitel werden, ist einer von zwei Lisa Novak zuzuordnenden Nummern. ‘Hang On’ eignet sich mit seinen eingängigen Gitarren und dem melodischen Chorus perfekt zum Mitsummen, hier geht es um die Technik, schlechte Nachrichten und Stimmungen zu verarbeiten und zu überwinden. Ganz einfach: auflegen, abschalten.

Von ganz anderem Kaliber ist danach das 7:40 lange ‘Top Of The World’, eine monumentale, Feedback-getränkte Gitarrenorgie, allen Rockbands gewidmet, die mal für eine Phase daran geglaubt haben, den ganz großen Durchbruch zu schaffen, um dann letztlich doch zu scheitern. Zumindest hat man mal seinen Spaß gehabt. Und den hat ein Rich Hopkins offenkundig immer noch, zumal wenn seine Gitarre mit der von Jon Sanchez so vollkommen zu einer Einheit verschmilzt: Luminarios Power in Reinkultur! Ein klarer Big Point geht auch an die epochale Pre-Civil War-Trilogie von ‘Campfire Chat With Luke And Jimmy’ (Spoken Word-Kriegskritik, junge Soldaten werden für diffuse Ziele in schmutzigen Kriegen verheizt), ‘Private Shaw’ (ein enormes Achteinhalb-Minuten-Epos über den Stolz der Indianer versus den gnadenlosen Vormarsch der US Army Mitte des 19. Jahrhunderts in Form einer persönlich-fiktiven Geschichte), mündend in den von Lisa Novak gesungenen ‘Mourning Song’ (um die Toten muss getrauert werden, so läuft das zynische Spiel jeden Krieges). Dagegen steht eine komplette musikalische Kehrtwende zum Finale: ‘Leona’s Waltz’ kommt als akustischer, mit süffiger Pedal Steel getränkter Alt.Country-Walzer zu Ehren von Lisa Novaks Mutter, Leona Novak, die früher bei den Southernaires, einer 50er Jahre Tanzkapelle, Klavier spielte. Rockabilly-Veteran Arnold Parker, ihr Bandkollege von damals, singt als Gast der Luminarios dieses Lied heute!

www.richhopkinsmusic.com