Micke Bjorklof & Blue Stripe

24
Mai 2017
Mittwoch

Hochkarätiger Finnen-Blues in der weiten Welt

In Finnland und gesamt Nordeuropa haben sie den Ruf als einer der besten Blues (-Rock) Bands zu verteidigen, und so viel vorweg: das neue Album »AIN’T BAD YET« setzt ein klares Zeichen!

In ganz Skandinavien ist das Quintett seit mehr als zwanzig Jahren für seine Auftritte in verrauchten Bluesclubs wie in großen Stadien bekannt. Seit der Bandgründung im Jahr 1991 gab es nur kleine Veränderungen im Line-Up und die aktuelle Besetzung besteht schon seit mehr als fünfzehn Jahren.

Micke Björklöf & Blue Strip – das sind Lefty Leppänen an der elektrischen und National Steel-Gitarre sowie Vocals, Teemu Vuorela (Schlagzeug), Seppo Nuolikoski (Bass und Vocals), Tim Roiko-Jokela (Percussion und MalletKAT) sowie der Namensgeber und Leadsänger Micke Björklöf (Harmonica und Gitarre).

2014 gewannen die fünf Musiker die Finnish Blues Challenge und repräsentierten Finnland im März 2015 bei der European Blues Challenge in Brüssel.

Micke Bjorklof (dem schwedischen Ö hat er die Pünktchen genommen, man schielt halt nach Europa) hat eine verdammt starke Stimme, manchmal reibeisenrau, manchmal überraschend gefühlvoll, wie in »Sweet Dream’s A Sweet Dream«, dazu spielt er auch virtuos Mundharmonika. Die Band ist seit langem fest beisammen und entsprechend eingespielt – vor allem Lefty Leppänen ist ein feiner Gitarrist, insbesondere an der Slide Guitar.

Der Blues als Form genügt Bjorklof schon lange nicht mehr, das 12-taktige Schema ist mehrfach nur noch Ausgangsvehikel für richtig starkes Songwriting. Der Groove kommt manchmal aus Louisiana, aus Memphis, aus Chicago – richtigen Blues können sie natürlich auch noch. Der Chorgesang ist inspiriert von frühem 60er R’n’B, dann heizt wieder Leppänen ein: »Blame It On The Bright Kights« ist schlichtweg unschlagbar!

Für sein sechstes Album „Ain’t Bad Yet“ hat der finnische Sänger und Harpspieler Micke Bjorklof seine Band Blue Strip nach Wales in die legendären Rockfield Studios gebracht und dort mit dem nicht minder legendären John Porter als Produzent gearbeitet. Ein Aufwand, der sich gelohnt hat, denn das neue Album ist mehr als wohlgeraten und nun hofft Micke, dass er damit auch international für Rummel sorgen wird.

Der Titel des Albums lässt sich mit den Worten „Es ist noch nicht so schlimm“ umschreiben. Was eine hundertprozentige Untertreibung ist, denn hier wurde weder schlimm noch schlecht, sondern hervorragend gearbeitet.

Bjorklof hat auf alles geachtet, Rockfield habe man vor allem wegen des berühmten Schlagzeugsounds gewählt, von dem schon große Rocker wie Queen oder Black Sabbath profitiert haben, erzählt Micke im bluesnews-Interview. „Wir hatten bestimmte Ideen, wie die Platte klingen soll, wir wollten einen organischen, natürlichen Klangcharakter, und den hat Rockfield uns geboten.“ Und Porter mit seinen zehn Grammys im Regal sei natürlich in Sachen Professionalität durch praktisch nichts zu toppen gewesen. „Das war eine fantastische Zusammenarbeit“, schwärmt Micke von der Zeit mit dem 67-Jährigen, der schon Keb’ Mo’, Buddy Guy, Taj Mahal und andere große Bluesnamen hat glänzen lassen und der auf dem Titel „Today“ auch an der Gitarre mithilft. „Er hat uns sehr viele Ideen gegeben und jeden Song mit uns unter die Lupe genommen, was vermutlich das Wichtigste ist, was einen guten Produzenten ausmacht.“

Der Titeltrack kreist sparsam instrumentiert um ein Riff, das sich schließlich auflöst – interessanter Song, auch kommt hier Björklofs Stimme fein raus – der Mann hat Charisma, das direkt aus den Boxen tropft.

Nach Ben Granfelt, Erja Lyytinen, Ina Forsman der nächste hochkarätige Finne in der Wunderbar Weiten Welt in Eppstein. Die Fans dürfen es auch dieses Mal staunend genießen….

www.mickebjorklof.com